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Ein Mythos bröckelt

Mit Arbeitsplatzverlagerungen in Niedriglohnländer Kosten sparen - der Mythos vieler Industriebetriebe beginnt zu bröckeln.

Eine neue Studie des Verbands Deutscher Ingenieure (VDI) zeigt, dass die Standortverlagerungen ins vermeintlich kostengünstigere Ausland viele Unternehmen unter dem Strich eher teuer zu stehen kommen. Sie kappen bisweilen ihre bisher guten Verbindungen zu einheimischen Zulieferern - oder lassen (verbunden mit höheren Kosten) für die Produktion im Ausland benötigte Güter über weite Strecken an die neuen Standorte transportieren. Der VDI geht davon aus, dass Kosteneinsparungen durch Verlagerungen erst dann entstehen, wenn der Lohnkostenanteil bei etwa 20 Prozent liegt.

In vielen deutschen Unternehmen machen die Löhne jedoch nur zehn Prozent aus, so dass hier kaum Einsparpotenziale zu realisieren sind. Einseitige Rechnungen zu möglichen Einspareffekten, die Probleme wie eine niedrigere Qualität im Ausland oder dort sich vollziehende Lohnsteigerungen nicht berücksichtigen, führen in deutschen Firmen häufig zu Fehlkalkulationen. Nicht verwunderlich also, dass auf jede vierte bis fünfte Auslagerung inzwischen wieder ein - reumütiger - Rückkehrer kommt.

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Zuletzt aktualisiert: 20. Mai, 08:17

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